Fahrplandaten veröffentlichen
Ein Rufbus, den die Fahrplanauskunft nicht kennt, existiert für die meisten Menschen nicht. Damit er auftaucht, müssen die Fahrplandaten in einem Format vorliegen, das andere Systeme lesen können — und an einer Adresse, die sie abrufen dürfen.
Warum das nicht optional ist
Sichtbarkeit
Wer eine Verbindung sucht, tut das in der Regel nicht auf der Website der Gemeinde, sondern in der Auskunft des Verkehrsverbunds oder in einer Reise-App. Taucht das Rufbus-Angebot dort nicht auf, wird es schlicht nicht gefunden — auch von Menschen, die genau danach gesucht haben.
Veröffentlichungspflicht
Anbieter von Personenverkehrsdiensten sind verpflichtet, ihre statischen Fahrplandaten in einem standardisierten Format über den Nationalen Zugangspunkt bereitzustellen — in Deutschland ist das die Mobilithek, an die auch die DELFI-Datendrehscheibe angebunden ist. Das gilt für bedarfsgesteuerte Angebote ebenso wie für Linienverkehr.
GTFS und GTFS-Flex
GTFS ist das weltweit verbreitete Austauschformat für Fahrplandaten: Haltestellen mit Koordinaten, Linien, Fahrten, Halte-Zeiten und Verkehrstage, zusammengepackt in ein Archiv. Fast jedes Auskunftssystem liest es.
GTFS-Flex ergänzt genau das, was einem Rufbus fehlt: Statt einer festen Abfahrt beschreibt es Zeitfenster, Flächen und Zonen, dazu die Buchungsregeln — wie lange im Voraus angemeldet werden muss und wo eine Anmeldung entgegengenommen wird. Ohne Flex müsste man ein bedarfsgesteuertes Angebot als starre Linie ausgeben, was es nicht ist.
Beides erzeugt RufBusle aus dem gepflegten Fahrplan, ohne dass Daten ein zweites Mal erfasst werden. Welche Dateien im Archiv liegen und wie die Flex-Angaben aussehen, steht in der Entwickler-Dokumentation zum Feed.
Der Weg zur veröffentlichten Adresse
1. Fahrplan fehlerfrei pflegen
Der Feed ist nur so gut wie die Daten dahinter. Haltestellen brauchen Koordinaten, Fahrten brauchen Verkehrstage, und die Haltestellenreihenfolge muss stimmen. RufBusle prüft das vor der Freigabe und nennt konkret, was fehlt; freigeschaltet werden kann erst, wenn nichts mehr offen ist.
2. Angaben zum Herausgeber und zur Lizenz ergänzen
Wer ist das meldende Verkehrsunternehmen, wie lautet die Kontaktadresse, unter welcher Lizenz stehen die Daten und wie ist die Namensnennung? Diese Angaben gehören in den Feed selbst, damit nachnutzende Systeme sie mitführen können.
3. Feed freischalten und die Adresse hinterlegen
Danach steht eine dauerhafte, ohne Anmeldung abrufbare Adresse bereit, zusammen mit einer öffentlichen Seite, die Lizenz, Kontakt und Datenstand ausweist. Genau diese Seite hinterlegt die Kommune bei der Mobilithek oder beim zuständigen DELFI-Aufgabenträger. Aktualisierungen laufen danach von selbst — die Adresse bleibt gleich, der Inhalt folgt dem gepflegten Fahrplan.
Warum die Haltestellen-IDs zählen
Jede Haltestelle in Deutschland hat eine bundesweit eindeutige Kennung, die DHID aus dem zentralen Haltestellenverzeichnis (zHV). Wird sie mitgeliefert, erkennen Auskunftssysteme, dass die Rufbus-Haltestelle „Marktplatz“ dieselbe ist wie die des Stadtbusses — und können Umstiege bilden. Fehlt sie, steht das Angebot als Insel daneben.
Deshalb lohnt es sich, Haltestellen von Anfang an aus dem offiziellen Katalog zu übernehmen statt sie abzutippen. In RufBusle schlägt die Haltestellensuche die Einträge beim Anlegen vor und übernimmt die DHID mit.
Kurz gefragt
- Wie veröffentlicht eine Kommune ihre Fahrplandaten?
- Die Daten werden als GTFS-Archiv unter einer dauerhaft abrufbaren Adresse bereitgestellt, und diese Adresse wird beim Nationalen Zugangspunkt — in Deutschland der Mobilithek — beziehungsweise beim zuständigen DELFI-Aufgabenträger hinterlegt. Bedarfsgesteuerte Angebote ergänzen das Archiv um die GTFS-Flex-Dateien mit Zeitfenstern, Zonen und Buchungsregeln.
- Was ist der Unterschied zwischen GTFS und GTFS-Flex?
- GTFS beschreibt feste Abfahrten an festen Haltestellen. GTFS-Flex erweitert den Standard um Zeitfenster, Flächen und Buchungsregeln und bildet damit Angebote ab, die nur auf Anmeldung fahren — also genau den Rufbus.
- Muss auch ein Rufbus seine Daten melden?
- Ja. Die Verpflichtung zur Bereitstellung statischer Fahrplandaten über den Nationalen Zugangspunkt unterscheidet nicht zwischen Linienverkehr und bedarfsgesteuertem Verkehr. Für Letzteren ist GTFS-Flex das passende Format.
- Was ist eine DHID?
- Die deutschlandweit eindeutige Haltestellen-ID aus dem zentralen Haltestellenverzeichnis (zHV). Sie sorgt dafür, dass Auskunftssysteme eine Haltestelle über Verkehrsangebote hinweg als dieselbe erkennen und Umstiege bilden können.
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Technische Details zum Feed — Dateien, Felder, Abrufadresse — stehen unter Offene Fahrplandaten. Wie ein Angebot überhaupt entsteht, steht unter Einen Rufbus einführen.